Mitmenschlichkeit statt Hetze! Freilassing setzte ein Zeichen

Wir sind Freilassing. Nazis sind es nicht.

Wir sind Freilassing. Nazis sind es nicht.

Am 17.10.2015 rief die deutschnationale AfD zu einer Demonstration gegen ein nicht vorhandenes „Asylchaos“ nach Freilassing. Wir haben gemeinsam mit einem breiten Bündnis eine Gegendemo organisiert und den Rechten nicht die Stadt überlassen – im Gegensatz zur CSU.

Weil Freilassing durch die erneue Einführung von Grenzkontrollen ins Zentrum der Flüchtlingsströme gerückt ist, hat die rechtsnationale Partei AfD am 17.10.2015 hunderte ihrer Sympathisanten mit Bussen dorthin gekarrt, um gemeinsam mit Neonazis eine Demonstration abzuhalten.

Diesen Versuch, sich auf Kosten der Geflüchteten und freiwilligen Helfer als Kritiker eines nicht vorhandenen „Asylchaos“ zu profilieren und dabei die rassistischen Ressentiments  der Bevölkerung gleich mit zu bedienen, wollten wir nicht zulassen. Deshalb haben wir gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Mitte-Links-Parteien, kirchlichen Organisationen, Gewerkschaften und anderen Aktiven in der Flüchtlingshilfe eine Gegendemonstration unter dem Motto „Mitmenschlichkeit statt Hetze“ organisiert, auf der sich schließlich 700 Menschen den Dummnationalen entgegengestellt haben.

Getragen von verschiedenen Reden und Musik von „Flous Tonradoo & The Mighty Beat Foundation“ und unserem Michi Regner hat es diese Gegendemo geschafft ein starkes Zeichen gegen den wieder aufkeimenden Rechtspopulismus zu setzen und zugleich den vielen Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe zu danken.

Wir haben den Rechtsnationalen und Neonazis nicht Freilassing überlassen – im Gegensatz zur CSU. Die hat nicht nur eine Beteiligung an der Gegendemo ausgeschlagen, sondern den Menschen, die für ein offenes und buntes Freilassing auf die Straße gegangen sind, die Schuld gegeben, dass wegen ihnen die Polizei belastet wird. Das ist aber noch nicht der Gipfel des „christlich“-„sozialen“ Zynismus: sie behaupten darüber hinaus,  dass ihre Form der Demonstration ihr unermüdliches Ackern in der sogenannten Flüchtlingskrise wäre – und schauen dabei angestrengt in jede sich bietende Kamera.

Wir meinen: Die einzigen, die sich für ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe auf die Schultern klopfen sollten, sind die unzähligen Ehrenamtlichen die tagtäglich die Herausforderungen lösen – und im Gegensatz zu Berufspolitikern und Bundespolizisten nicht dafür bezahlt werden. Gerade denen fällt die CSU aber in den Rücken, wenn sie der AfD mit ihren Parolen die Stadt überlässt. Aber vielleicht ist der Grund dafür auch nicht Zynismus oder Kalkül, sondern Geistesverwandtschaft.

Es wäre in jedem Fall ein dunkler Tag für Freilassing geworden, wenn es alle der CSU gleich getan hätten. Wir sind sehr froh, dass so viele mit uns ein Zeichen für Herz statt Hetze gesetzt haben, aber es müssen noch viele folgen. 

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