Ausstellung „Neo-Faschismus in Deutschland“

Was ist Neo-Faschismus? Und wie kann man ihn erkennen? Da rechtsextreme Umtriebe gegenwärtig die größte Bedrohung für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung darstellen und sie auch in Südostbayern stark bleiben, kommt eine Ausstellung, die diesen Fragen nachgeht, genau zur richtigen Zeit. Eröffnungsabend ist am 18.06. um 19 Uhr mit Vortrag, Musik und dem Film „Geschichte ist Zukunft“.

Im Kulturforum Traunstein werden vom 18.06. bis 02.07.2022 in Film und Bild die Erscheinungsformen des Neo-Faschismus unter die Lupe genommen – von seinem parlamentarischen Arm, der AfD, über antisemitische Verschwörungstheorien auf Querdenken-Demos bis hin zu rechten Öko-Bewegungen. Die Besucherinnen und Besucher lernen, wie man neo-faschistische Ideologie erkennt und welche organisatorischen Strukturen hinter ihrer Verbreitung stehen. Gerahmt wird die Ausstellung von einer Reihe informativer Abendveranstaltungen und einer abschließenden Stadtführung, die an Stationen der Nazi-Herrschaft in Traunstein, an Personen und Ereignisse der Verfolgung und auch des Widerstands gegen die Nazis erinnert.

Wann und Wo

Wann: 18.06.– 02.07.2022, täglich von 09 –18 Uhr
Eröffnungsabend am 18.06. um 19 Uhr mit Vortrag, Musik und dem Film „Geschichte ist Zukunft“

Wo: Kulturforum Traunstein, Ludwigstraße 10, Kapuzinersaal 1.OG

Eintritt: frei (geeignet ab 12 Jahren)

Anmeldung für Führungen: info[at]henastoibande.de

Veranstalter*innen: Henastoibande e.V. und die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.V.), mit Unterstützung des Netzwerks „Bunt statt Braun im Landkreis Traunstein“; gefördert durch die Stadt Traunstein

Sonderveranstaltungen

  • Samstag, 18.06. Eröffnungsabend mit Vortrag, Musik und dem Film „Geschichte ist Zukunft“, 19 Uhr
  • Mittwoch, 22.06. Vortrag von Paul Diedrich: „Antisemitismus in Deutschland“, 19 Uhr
    Der Vortrag gibt einen Überblick über gegenwärtige Erscheinungsformen und Funktionsweisen des Antisemitismus. In chronologischer Abfolge erörtert Paul Dietrich die Genese des Antisemitismus – vom christlichen Antijudaismus zum modernen Antisemitismus – und geht auf die Spezifika gegenwärtiger antisemitischer Artikulation und Gewalt ein. Neben dem islamischen und linken Antisemitismus liegt das Hauptaugenmerk auf den rechtsextremen Antisemitismus. Die theoretischen Ausführungen werden mit Beispielen aus der Region Traunstein untermauert.
  • Freitag, 24.06. Vortrag des preisgekrönten Journalisten Robert Andreasch (a.i.d.a. Archiv München): „Die extreme Rechte in Bayern“, 19 Uhr
    Robert Andreasch hat sich die Pandemieleugner*innen von innen und außen angeschaut, Aktionen von Neoonazis besucht und die bayerische AFD und ihre Kampagnen dokumentiert. Er zeigt diejenigen Strategien, denen hier extreme Rechte (nicht nur) im Bundestagswahlkampf zu folgen versuch(t)en. Robert Andreasch recherchiert als Autor, freier Foto-und Hörfunkjournalist über die radikale Rechte in Bayern und ist Mitarbeiter der „antifaschnistischen Informations-, Dokumentations-und Archivstelle München“ (a.i.d.a. e. V.). Die Stadt München zeichnete ihn 2019 mit ihrem „Publizistikpreis“ (Artikel in der SZ vom 03.07.19) aus. Das Netzwerk „NSU Watch“, in dem er sich engagiert, gewann 2020 für die Arbeit zu rechtem Terror einen Grimme Online Award (Video auf YouTube, 1:06Min).
  • Mittwoch, 29.06. Filmabend „Die Kriegerin“ (Trailer auf YouTube), 19 Uhr
  • Sonntag, 03.07. Zeitgeschichtliche Stadtführung durch Traunstein mit Friedbert Mühldorfer, VVN-BdA Traunstein, Treffpunkt: 11 Uhr vor dem Kulturforum, Dauer: ca. 2 Stunden
    Der zweistündige Rundgang erinnert an Stationen der Nazi-Herrschaft in Traunstein, an Personen und Ereignisse der Verfolgung und auch des Widerstands.

Infos für Schulklassen

Diese Ausstellung richtet sich vor allem an Schüler*innen ab 12 Jahren.

Wir wollen euch nicht nur informieren, sondern auch einbeziehen. Antifaschismus muss nämlich gelebt und praktiziert werden. Deshalb halten wir im Rahmen der Ausstellung einen Workshop zum Thema „Erkennen rechter Verhaltensweisen und Strukturen“ ab. Und wenn ihr Lust habt, könnt ihr auch selbst nach Teilnahme an einem Einführungskurs (17.06.2022) andere Schulklassen durch die Ausstellung führen.

Für die ca. einstündigen Führungen (max. eine Klasse) und die Teilnahme an den Kursen könnt ihr euch über info[at]henastoibande.de anmelden. Wir freuen uns sehr darauf, euch bei der Ausstellung begrüßen zu dürfen – und zögert nicht, uns zu kontaktieren, wenn iht Fragen habt.